Obwohl der Durchfluss oft als der entscheidende chemische Faktor bei der Extraktion angesehen wird, ist die Einstellung reiner Durchflussprofile unglaublich schwierig. In einer Espressomaschine führen schon kleinste Feineinstellungen der Durchflussrate zu massiven Druckanstiegen. Ist der Mahlgrad nicht absolut perfekt, kann das Durchflussprofil leicht Werte von über 9,5 oder 10,5 bar erreichen. Dieser hohe Druck zwingt den Kaffeepuck in eine „sekundäre Kompression“, was zu starker Kanalbildung und einem stark gedämpften, unattraktiven Geschmacksprofil führt.
Adaptive Profile – entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Astrophysiker Jonathan Gagné – schließen die Lücke zwischen Druck und Durchfluss. Anstatt sich an eine starre Durchflusskurve zu halten, die zu gefährlichen Druckanstiegen führen könnte, verschiebt ein adaptives Profil die angestrebte Durchflusskurve dynamisch nach oben oder unten. Es passt sich aktiv an Ihren spezifischen Mahlgrad und Ihre Dosierung an, um sicherzustellen, dass Ihre Extraktion stets genau den gewünschten Höchstdruck erreicht, ohne diesen zu überschreiten.
Während der Extraktion löst sich ein Kaffeepuck auf natürliche Weise auf und verliert seinen Widerstand gegenüber dem Wasser. Wenn Sie ein starres Druckprofil verwenden, beschleunigt sich der Wasserfluss rapide und wird gegen Ende der Zubereitung viel zu schnell, da der Widerstand des Pucks abnimmt. Wenn Sie stattdessen auf ein Durchflussprofil umschalten, begrenzt die Maschine die Durchflussrate, sodass diese nicht beschleunigen kann; folglich sinkt der Extraktionsdruck auf natürliche Weise, während sich der Puck auflöst, was zu einem wesentlich langsameren und kontrollierteren Ausklang der Zubereitung führt.
Was den Geschmack betrifft, so führen flache bis leicht ansteigende Durchflussraten in der Regel zum besten Espresso. Während ein flacher Durchfluss akzeptabel ist, sorgt ein sanft ansteigender Durchfluss (beispielsweise von 1,0 ml/s auf 2,0 ml/s im Verlauf der Zubereitung des Kaffees) für eine deutlich lebendigere Säure und eine ausgewogenere Tasse. Umgekehrt führt eine abnehmende Durchflussrate am Ende einer Zubereitung durchweg zu einem flachen, gedämpften und langweiligen Espresso.
Die erfolgreichsten Profile auf der Decent vereinen das Beste aus beiden Welten. Sie nutzen die Durchflussprofilierung während der Preinfusion, da der trockene Kaffeepuck zu diesem Zeitpunkt lediglich Wasser aufnimmt, was bedeutet, dass der Druck nicht sinnvoll gemessen werden kann. Sobald der Puck vollständig gesättigt ist, wechselt die Maschine in einen druckgesteuerten Schritt, um den optimalen Extraktionsdruck zu erzielen, und stützt sich schließlich auf eine adaptive Durchflusskurve, um den Brühvorgang sanft abzuschließen.
Sollte ein voreingestelltes Profil nicht genau Ihren Vorstellungen entsprechen, können Sie dessen zugrunde liegende Struktur ganz einfach einsehen und bearbeiten, indem Sie es in ein erweitertes Profil umwandeln. Navigieren Sie dazu zu Ihren Voreinstellungen, tippen Sie auf das Plus-Symbol, um eine neue Voreinstellung zu erstellen, und wählen Sie Erweitert. Die Software der Maschine kopiert automatisch jeden einzelnen Schritt und jeden Parameter aus Ihrem aktuellen Profil, sodass Sie die verborgenen Einstellungen feinabstimmen können.
Standardprofile verwenden eine Berechnung, die das Anhalten nach Volumen streng auf der Grundlage der nach Abschluss der Preinfusion eingeleiteten Wassermenge auslöst. Sobald die Preinfusion beendet ist, ist der Kaffeepuck vollständig gesättigt, was bedeutet, dass jede direkt hineingepumpte Wassermenge genau der herausfließenden Kaffeemenge entspricht. Dadurch ist das volumenbasierte Anhalten äußerst genau.