Wie kann ein Durchflussprofil die Kanalbildung während der Extraktion „beheben“?
Wenn sich bei einem Kaffeepuck in einer herkömmlichen Maschine ein Kanal bildet, übt das System weiterhin einen festen Druck aus. Dadurch wird das Wasser gezwungen, den Riss auszunutzen und zu vergrößern, wodurch sich der Kanal mit steigender Durchflussrate zunehmend verschlimmert. Im Gegensatz dazu passt ein Durchflussprofil den Extraktionsdruck dynamisch an, um einen konstanten Durchfluss aufrechtzuerhalten. Stößt die Maschine auf einen Kanal und registriert sie eine steigende Durchflussrate, verringert sie sofort den Druck. Durch diese Druckreduzierung kann sich der Kanal wieder leicht füllen, wodurch die Integrität des Kaffeepucks erhalten bleibt und ein ansonsten schlechter Espresso verbessert wird.
Ergeben Durchflussprofile grundsätzlich bessere Espressi als Druckprofile?
Nein, nach dem aktuellen Stand des Wissens in der Kaffeeindustrie garantiert ein Durchflussprofil allein keinen besseren Espresso als ein Druckprofil. Zwar eignet sich ein Durchflussprofil hervorragend dazu, einen schlecht zubereiteten Espresso durch das Schließen von Kanälen zu retten, doch übertrifft es ein Druckprofil nicht, wenn es von einem erfahrenen Barista verwendet wird, der damit einen korrekt zubereiteten Espresso macht. Der beste Espresso entsteht, wenn Druck, Durchfluss und Temperatur perfekt aufeinander abgestimmt sind; Unzulänglichkeiten in einem dieser Bereiche führen zu einer spürbar minderwertigen Extraktion.
Warum wird die Anpassung des Durchflussprofils im Vergleich zum Druck als „grobe Einstellung“ betrachtet?
Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten von Espressomaschinen besagen, dass kleine Anpassungen des Durchflusses zu massiven, sprunghaften Druckänderungen führen. Der Versuch einer Anpassung der Zubereitung anhand strikter Durchflusswerte führt zu einer Situation, in der bereits eine geringfügige Änderung der Einstellung den Druckverlauf radikal verändern kann, was diese Methode zu einem sehr groben Einstellinstrument macht. Umgekehrt führt die Änderung der Druckzielwerte zu winzigen, gut kontrollierbaren Verschiebungen im Durchfluss, wodurch Druckanpassungen zu einem viel feineren, präziseren „Regler“ werden, mit dem man genau das gewünschte Ergebnis erzielen kann.
Was ist „sekundäre Puck-Kompression“ und inwiefern beeinträchtigt sie den Geschmack?
Um dieses Konzept zu verstehen, ist es hilfreich, es von der primären Puck-Kompression zu unterscheiden, bei der es sich um die anfängliche Kompression handelt, die stattfindet, wenn das Kaffeepulver während der Preinfusion Wasser aufnimmt. Die sekundäre Puck-Kompression tritt erst viel später auf, wenn der Extraktionsdruck über 10 oder 10,5 bar ansteigt. Normalerweise erhöht ein stärkerer Druck den Durchfluss. Ab 10,5 bar sinkt die Durchflussrate jedoch unerwartet stark ab. Die vorherrschende Theorie besagt, dass durch diesen hohen Druck das Kaffeepulver physikalisch verformt und verbogen wird, wodurch die Zwischenräume zwischen ihnen verdichtet werden. Diese Verdichtung schränkt die Flüssigkeitsbewegung ein, was zu starker Kanalisierung und äußerst unattraktiven, unangenehmen Geschmacksnoten führt. Diese strukturelle Veränderung ist vorübergehend, da sich der Durchfluss wieder normalisiert, sobald der Druck auf 9 bar zurückfällt.
Wie geht die neue Software mit Druckgrenzen um und wie nähert sie sich den Zielwerten sicher an?
Um die Schwankungen bei der Durchflussprofilierung zu überwinden, führt die Beta-Software einen Durchflussprofilierungsmodus mit einer strengen Druckobergrenze (in der Regel auf 9,5 bar begrenzt) ein. Diese Obergrenze verhindert, dass die Maschine den Druck so weit erhöht, dass es zu einer katastrophalen sekundären Kompression des Pucks kommt. Darüber hinaus hat die moderne Firmware die Art und Weise verbessert, wie die Maschine Druckziele ansteuert. Anstatt den Puck mit einem plötzlichen Anstieg des Drucks zu überlasten, verlangsamt die Software den Vorgang und lässt nach, sobald sie sich dem Zielwert nähert, um den beabsichtigten Wert behutsam zu erreichen und so die physische Integrität des Kaffeebetts zu erhalten.
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