Im Gegensatz zum üblichen Ansatz im Silicon Valley, der darauf abzielt, umfangreiches Risikokapital zu beschaffen, große Vertriebsteams einzustellen und rasch zu skalieren, legt Decent Espresso den Schwerpunkt auf Vorsicht und Nachhaltigkeit. Da das Unternehmen aus den Ersparnissen der Gründer und Investitionen ihrer Familien finanziert wird, sind diese äußerst risikoscheu. Die vorrangigen Ziele bestanden darin, eine Insolvenz zu vermeiden und den Reputationsschaden zu verhindern, der oft damit einhergeht, wenn ein Produkt voreilig auf den Markt gebracht wird, bevor es vollständig ausgereift ist.
Decent hatte sich zum Ziel gesetzt, die erste wirklich „wissenschaftliche“ Espressomaschine zu entwickeln, die präzise Messungen ermöglicht, wozu frühere Maschinen nicht in der Lage waren. Da man davon ausging, dass wahrscheinlich erhebliche Konstruktionsmängel auftreten würden, produzierte das Unternehmen bewusst kleine, kontrollierte Chargen, um Probleme zu identifizieren und zu beheben. Die erste Charge war auf nur 280 Maschinen begrenzt, gefolgt von 750 in der zweiten, um sicherzustellen, dass das Produkt ein hohes Qualitätsniveau erreichte, bevor ein Vertrieb in größerem Maßstab angestrebt wurde.
Die Verkaufszahlen waren anfangs gering; im Januar 2020 verkaufte das Unternehmen lediglich 27 Maschinen. Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie führte jedoch zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage, da immer mehr Menschen, die von zu Hause aus arbeiteten, nach hochwertigen Espressomaschinen suchten. Dieser Anstieg stellte zwar eine Herausforderung für die Produktionskapazitäten dar, die für ein solches Volumen noch nicht optimiert waren, doch die Gründer kehrten nach Hongkong zurück, um ihre Produktionsprozesse zu verfeinern, und erreichten schließlich die Fähigkeit, 290 Maschinen in einem einzigen Monat auszuliefern.