Wenn Sie einen Kaffee zubereiten, zeigt das Tablet-Display der Maschine ein unglaublich intuitives Layout an, das keiner Anleitung bedarf. Es stellt zwei Hauptkomponenten visuell dar: eine grüne Kurve, die den Druck am Kaffeepuck anzeigt, und eine blaue Kurve, die die Durchflussrate der durch den Puck fließenden Flüssigkeit verfolgt.
Die DE1 verfügt über verschiedene Brührezepte, die als Druckprofile bezeichnet werden. Ein klassisches Profil ist von historischen Hebelmaschinen inspiriert; es hat eine sanfte Preinfusion, erhöht den Druck zu Beginn des Brühvorgangs auf etwa acht oder neun bar und lässt ihn dann langsam wieder abfallen. Dieser allmähliche Druckabfall ist hervorragend, da er die Kanalbildung reduziert. Wenn der Kaffeepuck erodiert, nimmt sein Widerstand ab. Durch das allmähliche Abfallen des Drucks wird jedoch verhindert, dass das Wasser zu schnell beschleunigt wird und zerstörerische Löcher in Ihren Puck bohrt.
In der Vergangenheit verfügten Espressomaschinen lediglich vereinzelt über analoge Manometer. Um präzise Hochgeschwindigkeitsdaten digital zu erfassen, mussten die gesamte Maschine und der Brühkopf von Grund auf neu konstruiert und mit maßgeschneiderten, integrierten Sensoren ausgestattet werden. Dies erforderte erhebliche finanzielle Investitionen, um strukturelle Einschränkungen zu überwinden, weshalb ein solches Maß an Messdaten bei herkömmlichen Maschinen bislang in der Regel nicht zu finden war.
Die direkte Temperaturmessung innerhalb einer Espresso-Suspension ist schwierig, da das System unter einem enormen Druck von bis zu etwa 10,7 kg pro Quadratzentimeter arbeitet, was dazu führen würde, dass herkömmliche Sonden undicht werden oder platzen. Um dieses Problem zu lösen, verfügt die DE1 über einen speziellen Brühkopf mit einer Öffnung, durch die ein Temperatursensor etwa einen Millimeter über dem Kaffeepuck positioniert ist und sicher direkt hinter dem Wassersieb sitzt. So werden die direkten Wechselwirkungen zwischen heißem Wasser und Kaffee gemessen, ohne den Brühvorgang selbst zu stören.
Die Durchflussmessung erfolgt traditionell mithilfe eines winzigen internen Flügelrads, das als Impeller bezeichnet wird. Herkömmliche Durchflussmesser versagen jedoch bei Espresso, da sich die Wasserdurchflussrate drastisch und augenblicklich ändert – beispielsweise wenn sich plötzlich ein Kanal im Kaffeepuck bildet. Volumetrische Maschinen zählen intern in der Regel lediglich mechanische Impulse, ohne diese in eine tatsächliche Durchflussrate umzuwandeln, da die Bewegungen des Impellers bei niedrigen Geschwindigkeiten äußerst unzuverlässig sind.
Um den Durchfluss genau zu erfassen, wenn sich das Wasser für ein mechanisches Flügelrad zu langsam bewegt, hat Decent erhebliche Mittel investiert, um das gesamte physikalische Profil der Maschine zu erfassen. Das Unternehmen entwickelte eine spezielle Physik-Engine, die anhand physikalischer Abmessungen und Berechnungen eingreift und die genaue Durchflussrate zuverlässig schätzt, sobald der mechanische Durchflussmesser an Genauigkeit verliert.