Hat Decent vor, eine eigene Kaffeemühle zu entwickeln oder zu verkaufen?
Nein, wir haben keine Pläne, eine eigene Mühle zu entwickeln oder zu verkaufen. Wir haben diesen Weg bereits beschritten und etwa eine Million US-Dollar sowie eineinhalb Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit in die Entwicklung unserer eigenen großen Mühle mit flachen Mahlscheiben investiert, haben uns aber letztendlich entschieden, das Projekt aufzugeben.
Vor welchen technischen Herausforderungen stand Decent bei der Prototypenentwicklung der Mühle?
Die größte technische Hürde war die Mahlgutretention. Zwar konnte unser Prototyp eine Konsistenz nach dem Prinzip „Gramm rein, Gramm raus“ erreichen, doch hatte er Schwierigkeiten mit der Frische nach dem Prinzip „Bohnen rein, Bohnen raus“. Frisch gemahlener Kaffee drückte das abgestandene, zurückbleibende Kaffeepulver aus der vorherigen Mahlrunde heraus – ähnlich wie es in einer Mythos-Mühle geschieht. Wir haben erst dann vollständig verstanden, wie Wettbewerber dieses Problem elegant gelöst haben, als wir eine Weber EG-1 zerlegt haben, die austauschbare Teflon-Abstreifer verwendet, um die Kammer zu reinigen.
Welche logistischen und geschäftsmodellbezogenen Probleme hielten Decent vom Markt für Kaffeemühlen ab?
Kaffeemühlen sind schwere, metallintensive Maschinen. Der Versand per Luftfracht ist viel zu teuer, was bedeutet, dass sie per Schiff zu Übersee-Lagern oder regionalen Wiederverkäufern transportiert werden müssen. Der Weg über Wiederverkäufer bedeutet, von vornherein auf eine Marge von 40 % zu verzichten, was den Verkaufspreis stark in die Höhe treibt. Darüber hinaus lenkt die Abhängigkeit von Drittvertriebshändlern Ihren Fokus vom Endverbraucher ab, und Wiederverkäufer stehen Innovationen oft ablehnend gegenüber – sie wollen einfach nur ein Produkt, über das sie sich keine Gedanken machen müssen.
Welche Unternehmen haben den Direktvertrieb von Kaffeemühlen erfolgreich gemeistert?
Unternehmen wie Niche und Kafatek ist es gelungen, diesen Code zu knacken. Sie haben hervorragende Mühlen entwickelt, die nicht übermäßig schwer sind, und verkaufen diese ausschließlich direkt an den Verbraucher. Insbesondere die Niche Zero bietet spektakulären Erfolg und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis bei einem Preis von 500 Pfund für eine ordentliche Mahlung in Espresso-Qualität.
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