In dieser Anleitung wird erklärt, wie man D-Flow richtig einstellt
D-Flow ist ein Profil-Editor für die de1app, mit dem sich Espresso-Profile in einem bestimmten Stil erstellen und bearbeiten lassen.
D-Flow ist in Ihrer de1app vorinstalliert und enthält drei D-Flow-Profile: „default“, „La Pavoni“ und „Q“.
Die Namen der D-Flow-Profile werden im Format „D-Flow / Profilname“ gespeichert, sodass sie in der Voreinstellungsliste der App unter der Kategorie „D-Flow“ aufgeführt werden.

Das D-Flow-Profil (oft als „Londinium-Familie“ bezeichnet) wurde entwickelt, um die Zubereitung von Espresso zu vereinfachen, indem es sich auf kaffee-relevante Variablen statt auf technische Programmierung konzentriert. Es ist hochgradig anpassungsfähig, d. h. es passt sein Verhalten automatisch an Ihren Mahlgrad an, um sicherzustellen, dass Sie stets guten Kaffee erhalten.
So funktioniert D-Flow
Die Kernphilosophie von D-Flow besteht darin, den Kaffeepuck durch eine Preinfusion (genannt "Infuse" im Profil) unter Druck zu „heilen“ und so eine gleichmäßige Extraktion zu gewährleisten. Im Gegensatz zur herkömmlichen Preinfusion mit langsamem Durchfluss füllt D-Flow das Brühsieb schnell und hält es anschließend unter Druck.
1.
Schnelles Einfüllen: Wasser fließt schnell in das Brühsieb und füllt den Zwischenraum zwischen Duschsieb und Kaffeemehl (Headspace)
[00:25].
2.
Einweichen unter Druck: Die Maschine hält einen bestimmten Druck aufrecht (typischerweise zwischen 2 und 4 bar, Standardwert ist 3 bar). Dieser Druck drückt das Wasser viel schneller in jede trockene Stelle des Kaffeepucks als dies durch Kapillarwirkung allein möglich wäre
[04:49].
3.
Intelligenter Auslöser: Anstelle eines festen Timers wartet D-Flow, bis ein bestimmtes Gewicht an Kaffee (z. B. 4 Gramm) in die Tasse getropft ist, bevor es zur Extraktionsphase übergeht
[02:04].
4.
Hybride Extraktion: Sobald die Extraktion beginnt, überwacht D-Flow sowohl den
Druck als auch den
Durchfluss. Es versucht, Ihren Zieldruck zu erreichen, begrenzt jedoch automatisch den Durchfluss, wenn der Puck zu zerfallen beginnt oder der Mahlgrad zu grob ist
[05:11].
D-Flow einstellen – in 5 einfachen Schritten
1. Erstellen Sie Ihr eigenes Profil
Um mit der Erstellung Ihres eigenen D-Flow-Profils zu beginnen, wählen Sie das Profil D-Flow-/default aus der Profilliste aus und tippen Sie anschließend auf die Registerkarte „D_Flow“, um das Profil zu bearbeiten.
Tippen Sie anschließend in das Texteingabefeld, geben Sie Ihrem Profil einen eindeutigen Namen und tippen Sie auf „save as“, um Ihr neues Profil zu erstellen.
Anschließend können Sie die Einstellungen an Ihre Ziele anpassen und die Änderungen speichern.
Hinweis: Der D-Flow-Editor verfügt über eine Informationsschaltfläche mit dem Symbol „i“, die Ihnen Tipps in Englisch zu den Auswirkungen der einzelnen Einstellungen gibt.
2. Legen Sie Ihre Basisparameter fest
Öffnen Sie den D-Flow-Editor und legen Sie folgende Standard-Ausgangswerte fest:
Dosierung & Temperatur (dose & temperature): Legen Sie Ihre Standarddosierung (z. B. 18 g) und Temperatur entsprechend Ihrer Röstung fest [01:13].
Einweichdruck (infuse pressure): Stellen Sie diesen auf etwa 3,0 bar ein. Dies ist der Druck, der aufrechterhalten wird, während darauf gewartet wird, dass der Puck gesättigt ist [01:28].
Auslösewert zum Verlassen der Preinfusion: Stellen Sie den Auslösewert „weight“ (Gewicht) unter Infusion auf 4,0 g ein. Dies teilt der Maschine mit: „Fange den Druck erst an zu steigern, wenn sich 4 g Flüssigkeit in der Tasse befinden“ [02:08].
3. Legen Sie Ihre Extraktionsgrenzen fest
Hier wird D-Flow zu „3 Profilen in 1“ [06:29]:
Maximaler Druck: In der Regel 8,5 oder 9,0 bar.
Maximale Durchflussrate: In der Regel 1,7 bis 2,2 ml/s.
4. Interpretieren Sie die Ergebnisse (die „Auto-Adapt“-Funktion)
Brühen Sie einen Kaffee und beobachten Sie, wie die Maschine auf Ihren Mahlgrad reagiert:
Mahlgrad zu fein: Die Maschine erreicht die 8,5-bar-Grenze, aber nicht die Durchflussgrenze. Sie erhalten einen traditionellen Espresso im 9-bar-Stil [06:37].
Mahlgrad ist perfekt: Die Maschine erreicht 8,5 bar, der Puck beginnt sich aufzulösen, und wenn sich der Durchfluss beschleunigt, begrenzt die Maschine diesen auf die von Ihnen eingestellte Durchflussrate (z. B. 1,7 ml/s). Dies ahmt einen Espresso im Stil einer Hebelmaschine (Londinium) nach [05:46].
Mahlgrad zu grob: Die Maschine erreicht keine 8,5 bar, da das Wasser zu leicht durchfließt. Sie begrenzt den Durchfluss sofort auf 1,7 ml/s, was zu einem mit Niederdruck gebrühten Kaffee im Stile des Profils „Mild und süßlich“ führt [06:09].
5. Feinabstimmung des Geschmacks
Wenn es zu sauer schmeckt (unterextrahiert): Mahlen Sie feiner oder erhöhen Sie das Infusionsgewicht (infuse weight) (z. B. auf 6 g), um eine längere Preinfusion zu ermöglichen [10:07].
Wenn es zu bitter schmeckt (über-extrahiert): Mahlen Sie gröber oder senken Sie den Einweichdruck (infuse pressure) [08:05].
Für helle Röstungen: Wenn der Druck nach der Preinfusion nicht ansteigt, versuchen Sie, den Einweichdruck auf 0 zu senken und das Infusionsgewicht zu erhöhen, um ein Profil im „Adaptive“-Stil zu erstellen, das besser mit hellen Bohnen zurechtkommt [07:58].
Tipp: Wenn Sie eine „Donut-Extraktion“ beobachten (der Kaffee fließt zuerst an den Rändern), geraten Sie nicht in Panik. Der Einweichvorgang unter Druck von D-Flow wurde entwickelt, um dies zu beheben, indem sichergestellt wird, dass die Mitte feucht ist, bevor die Hochdruckphase einsetzt [10:07].